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Julius Schnorr von Carolsfeld

Julius Schnorr von Carolsfeld arbeitete fast vierzig Jahre an den Nibelungensälen und erreichte sein größtes Publikum mit 240 Holzschnitten.


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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld

Julius Schnorr von Carolsfeld arbeitete fast vierzig Jahre an den Nibelungensälen und erreichte sein größtes Publikum mit 240 Holzschnitten. mehr über den Künstler
Deutschland · 1794–1872 · Romantik · 155 Werke gefunden
Julius Schnorr von Carolsfeld
1794–1872
Geboren 26. März 1794 (Leipzig)
Gestorben 24. Mai 1872 (Dresden) im Alter von 78 Jahren
Nationalität Deutschland
Epochen Romantik
Beruf Maler, Illustrator, Hochschullehrer, Zeichner, Grafiker
Familie
Vater: Veit Hanns Schnorr von Carolsfeld
Mutter: Christina Juliana Hempel
Ehepartner/in: Marie Schnorr von Carolsfeld
Geschwister: Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld, Henriette Schnorr von Carolsfeld, Charlotte Krug
Lehrer Heinrich Friedrich Füger
Schüler Gustav Jäger, Hermann Wislicenus, Eduard Ille, Carl Theodor von Piloty, Theodor Rocholl, Michael Echter, Andreas Müller, Alexander Otto Stichart, Friedrich Geselschap, August Vischer, Jakob Emanuel Gaisser, Carl Johann Lasch, Carl Koch
Mitgliedschaften Académie des beaux-arts
Bekannte Werke Maria mit dem Kind (1820), Ruth im Feld des Boaz (1828), Agramant, König der Sarazenen, bestürmt Paris (1825), Kaiser Karl mit dem Heer der Franken in Paris (1826), Angelika schneidet ihren und Medoros Namen in einen Lorbeerbaum - Rolands Schwermut und Raserei (1825)
Museen Staatliche Museen zu Berlin, Art Institute of Chicago, Staedel Museum, Staedtische Galerie im Lenbachhaus, National Gallery of Art

Julius Schnorr von Carolsfeld

   

Zwei Bilder desselben Mannes könnten in Format und Bestimmung kaum weiter auseinanderliegen. Das eine ist ein Wandbild in der Münchner Residenz, „Hagen tötet Siegfried am Brunnen, Halle der Nibelungen“: Unter alten Eichen kniet Siegfried an der Quelle, das goldene Trinkhorn noch an den Lippen, während Hagen hinter seinem Rücken mit dem Speer ausholt und die Jäger im Hintergrund entsetzt die Arme heben. Das andere ist ein Holzschnitt im Format einer Buchseite, die „Vertreibung des Heliodor“: Zwischen Tempelsäulen fällt ein Lichtkeil auf einen geharnischten Reiter, dessen Pferd den Tempelräuber Heliodor niederzwingt; Truhen kippen, Münzen liegen verstreut am Boden. Wandbild und Buchtafel stammen von derselben Hand - der des deutschen Malers, Zeichners und Illustrators Julius Schnorr von Carolsfeld. Zwischen diesen beiden Formaten verlief sein Arbeitsleben.

Geboren wurde er am 26. März 1794 in Leipzig; den ersten Unterricht gab ihm der Vater, ein Maler und Kupferstecher. Ab 1811 studierte er an der Wiener Akademie. Im März 1817 trat er dem Lukasbund bei, dem Kern jener Künstlergruppe, die man bald die Nazarener nannte; im Januar 1818 traf er in Rom ein und fand Anschluss an deren Kreis um Overbeck und Cornelius. Im Casino Massimo, dem Haus eines römischen Marchese, erhielt der junge Leipziger einen eigenen Saal und freskierte dort den Ariost-Saal mit Szenen aus Ariosts Ritterepos vom Rasenden Roland. 1827 vollendet, begründete dieser Saal den Ruf der Nazarener als Freskomaler mit. In Rom entstand daneben ein Bild ganz anderer Art, das „Porträt von Clara Bianca von Quandt, 1820“: Die Frau des Leipziger Sammlers Johann Gottlob von Quandt, mit ihrem Mann neun Monate auf Hochzeitsreise in Italien, sitzt lautespielend im Renaissancekostüm in einer Bogenhalle, hinter ihr ein Orangenbäumchen und blaues Bergland. Der Auftraggeber wünschte ausdrücklich die Anlehnung an das Bildnis der Johanna von Aragon im Louvre, das man damals für ein Werk Raffaels hielt; das Bild blieb unvollendet und hängt heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin.

1825 berief ihn König Ludwig I. als Professor der Historienmalerei nach München, 1827 traf er dort ein; im selben Jahr heiratete er in Wien Maria Heller, eine Stieftochter Ferdinand Oliviers. In München wartete die Aufgabe seines Lebens: fünf Säle des Königsbaus der Residenz nach dem mittelalterlichen Nibelungenlied, benannt nach den Stationen des Epos - vom Saal der Helden bis zum Saal der Klage. Die Kartons, die großformatigen Entwurfszeichnungen, entstanden ab 1828; zwischenzeitlich zog ihn der König für einen zweiten Trakt der Residenz ab, für die Kaisersäle des Festsaalbaus mit Bildern zu Karl dem Großen, Barbarossa und Rudolf von Habsburg. Diese Räume verbrannten 1944. Erst 1843 kehrte er zu den Nibelungen zurück, deren Ausführung sich mit Gehilfen noch über Jahrzehnte hinzog.

Wer eine dieser Wandszenen ins Wohnformat holt, übernimmt eine Eigenschaft des Kalks gleich mit: Er ist matt und warm und schluckt jeden Glanz. Unsere Werkstatt gibt die Nibelungen-Bilder deshalb auf einer matten, grob strukturierten Leinwand wieder, deren natürliches Weiß dem Putz einer Saalwand am nächsten kommt; so behält die Szene am Brunnen auch über einem Schreibtisch den Charakter eines Wandbildes.

1846 nahm er die Berufung nach Dresden an - Professur an der Akademie und ab 1846/47 die Direktion der Gemäldegalerie, die er 1855 in den Neubau des Architekten Gottfried Semper überführte. Damit stand ein Nazarener an der Spitze einer der berühmtesten Sammlungen Europas. In Dresden vollendete er zugleich die Bibel in Bildern, 240 von ihm erfundene und auf Holz gezeichnete Darstellungen, die zwischen 1852 und 1860 in dreißig Lieferungen beim Leipziger Verleger Georg Wigand erschienen; die Idee dazu reichte bis in seine römischen Jahre zurück. Im Vorwort erklärte Schnorr, das Werk solle für das einfache Volk erschwinglich sein und der Jugend dienen. Schon 1861 folgte eine englische Ausgabe, und die Folge wurde zur erfolgreichsten Bibelillustration ihres Jahrhunderts. Blätter wie „Gott ruht nach der Erschaffung der Welt“ und „Adam und Eva mit dem Apfel“ gehören zu dieser Folge, ebenso die Vertreibung des Heliodor, Tafel 154 der Reihe - eine eigene Komposition zu einem Stoff, den vor ihm Raffael im Vatikan gemalt hatte. Der Mann, der Wände für einen König ausmalte, fand sein größtes Publikum im kleinsten Format.

Die Dresdner Jahre brachten auch einen frühen Tod in der Familie. Sein Sohn Ludwig Schnorr von Carolsfeld, ein gefeierter Heldentenor, sang am 10. Juni 1865 in München die Titelpartie in der Uraufführung von Richard Wagners Tristan und Isolde, neben seiner Frau Malvina als Isolde; sechs Wochen nach der Premiere starb er, neunundzwanzig Jahre alt. 1867 waren die Nibelungensäle vollendet, fast vierzig Jahre nach den ersten Kartons; 1868 zeichnete der alte Vater den Sohn noch einmal mit der Feder, im Kostüm des Tristan. Am 24. Mai 1872 starb Julius Schnorr von Carolsfeld in Dresden - da lagen die Tafeln seiner Bibel längst in Stuben und Schulzimmern zwischen Leipzig und London auf den Tischen.

Kunstwerke von Julius Schnorr von Carolsfeld

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Expulsion d'Heliodore
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Scene from the Old Testament Sto...
1880 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Scenes on the ceiling of the Sal...
Undatiert | Frisch

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Hagen killing Siegfried at fount...
Undatiert | Fresko

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Moses and Pharaoh
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Female Nude
1810 | Bleistift auf Papier

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Semi-nude woman, 1821, 1943.
1943 | Bleistift/waschen

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Flight into Egypt
1828 | Öl auf Leinwand

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Tables of the Act
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Siegfried and Brunhilde, illustr...
Undatiert |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
God is resting after the creatio...
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Jacob's Scale
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Marriage at Cana, 1819 (det...
1819 | Öl auf Leinwand

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Artist in his Study
1842 | Bleistift und Aquarell auf Papier

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Adam and Eve with the apple
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Let there be light. God and Crea...
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Study of a Standing Nude Youth
1820 | Graphit mit Stempeln auf cremefarbenem Velin

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Cain built the city of Enoch
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
 
1994 | Unbekannt

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Triumph of Charlemagne and t...
Undatiert | Frisch

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Portrait of Clara Bianca von Qua...
Undatiert |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Third Day of Creation From D...
Undatiert | Holzschnitt

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Abraham receives God's order to ...
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Scene from the Old Testament Sto...
1880 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Defeat of Wittekind near Bürberg
1835 | Graphit und rote Kreide, mit Pinsel und brauner Lavierung, auf cremefarbenem Bütten (oben stückig)

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Adoration of the Golden Calf
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Babel, the Dispersion of the Des...
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Adoration of the Golden Calf
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Hagen erschlägt Ortlieb (Der ste...
1847 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Sorceresses Melissa, Atlante...
Undatiert | Frisch

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The land of Canaan
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Marriage at Cana, 1819
1819 | Öl auf Leinwand

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The assault of Bizerte
Undatiert | Frisch

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Moise
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Woodcut for Die Bibel in Bildern...
1851 | Unbekannt

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Burning Bush
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Madonna and Child, 1855
1855 | Öl auf Leinwand

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Coronation of Charlemagne
1840 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Charlemagne and his army in Pari...
Undatiert | Malerei

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The sinning angels
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
 
1854 | Federzeichnung

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Moise
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Annunciation to the Shepherds
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Nibelungen's End - The Death...
Undatiert |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Siegfried Battles with the Gatek...
1865 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Dissension between Saul and Samuel
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Noah leaving the ark after Deluge
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Scene from the Old Testament Sto...
1880 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Joseph and his brothers
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
 
1994 | Unbekannt

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Annunciation, 1818
1818 | Öl auf Leinwand

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Brunhilde and Hagen, illustratio...
1846 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Portrait of Henriette Schnorr vo...
Undatiert |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Samuel annoints Saul as King of ...
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Siegfried Battles with the Gatek...
1865 | Tinte auf Papier

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Genesis
19. Jahrhundert | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Female Nude
1810 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Moses and the Burning Bush, 19th...
1820 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Friedrich Olivier, 1816, 1943.
1943 | Bleistift

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Miracle de Moise
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Abduction of the daughters of Is...
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
God creates Adam and Eve
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Duel of the Six Knights
Undatiert | Frisch

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Presentation of the Child Je...
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The army of Charlemagne in Paris
Undatiert | Frisch

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Moise and Josue
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Adoration of the Shepherds
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Joseph and Jacob
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Life of Jacob
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Portrait of a Woman
1821 | Pinsel und braune Waschung und Feder und braune Tinte, mit Graphit auf elfenbeinfarbenem Velin

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Entrance of Charlemagne into...
Undatiert | Aquarell

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Moise and Aaron
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Sacrifice d'Isaac
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Miracle de Moise
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
 
1820 | Feder in Schwarz über Graphit auf Velin

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Moise
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Rinaldo in battle
Undatiert | Frisch

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Balaam and the Angel
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Birth of Saint John the Baptist
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Ruth in Boaz's Field
1828 | Öl auf Leinwand

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Ruth in Boaz's Field
1828 | Öl auf Leinwand

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Julius Schnorr von Carolsfeld
God warns Noah of the flood
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Pessa'h
1860 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Angelica and Medoro
Undatiert | Frisch

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Flight into Egypt
1828 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Coronation of Charlemagne
1840 | Graphit auf Papier

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Julius Schnorr von Carolsfeld
 
1994 | Unbekannt

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Hagen Leaves Siegfried's Body to...
Undatiert |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Triumph of David
Undatiert | Feder in Braun über Graphit auf Velin

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
Ruth and Boas
Undatiert | Feder in Braun über Graphit auf Bütten

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Genesis
19. Jahrhundert | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Barthold Georg Niebuhr 1776 - 18...
1831 | Gravur

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Moses views the land of Israel, ...
1820 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Angels announcing to Abraham the...
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
The Annunciation
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
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Julius Schnorr von Carolsfeld
 
1826 | Unbekannt

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Visitation of Mary
1860 |

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Julius Schnorr von Carolsfeld
Naval battle
Undatiert | Frisch

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Über den Künstler

Julius Schnorr von Carolsfeld
1794–1872
Geboren26. März 1794 (Leipzig)
Gestorben24. Mai 1872 (Dresden) im Alter von 78 Jahren
NationalitätDeutschland
EpochenRomantik
BerufMaler, Illustrator, Hochschullehrer, Zeichner, Grafiker
Familie
Vater: Veit Hanns Schnorr von Carolsfeld
Mutter: Christina Juliana Hempel
Ehepartner/in: Marie Schnorr von Carolsfeld
Geschwister: Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld, Henriette Schnorr von Carolsfeld, Charlotte Krug
LehrerHeinrich Friedrich Füger
SchülerGustav Jäger, Hermann Wislicenus, Eduard Ille, Carl Theodor von Piloty, Theodor Rocholl, Michael Echter, Andreas Müller, Alexander Otto Stichart, Friedrich Geselschap, August Vischer, Jakob Emanuel Gaisser, Carl Johann Lasch, Carl Koch
MitgliedschaftenAcadémie des beaux-arts
Bekannte WerkeMaria mit dem Kind (1820), Ruth im Feld des Boaz (1828), Agramant, König der Sarazenen, bestürmt Paris (1825), Kaiser Karl mit dem Heer der Franken in Paris (1826), Angelika schneidet ihren und Medoros Namen in einen Lorbeerbaum - Rolands Schwermut und Raserei (1825)
MuseenStaatliche Museen zu Berlin, Art Institute of Chicago, Staedel Museum, Staedtische Galerie im Lenbachhaus, National Gallery of Art

Zwei Bilder desselben Mannes könnten in Format und Bestimmung kaum weiter auseinanderliegen. Das eine ist ein Wandbild in der Münchner Residenz, „Hagen tötet Siegfried am Brunnen, Halle der Nibelungen“: Unter alten Eichen kniet Siegfried an der Quelle, das goldene Trinkhorn noch an den Lippen, während Hagen hinter seinem Rücken mit dem Speer ausholt und die Jäger im Hintergrund entsetzt die Arme heben. Das andere ist ein Holzschnitt im Format einer Buchseite, die „Vertreibung des Heliodor“: Zwischen Tempelsäulen fällt ein Lichtkeil auf einen geharnischten Reiter, dessen Pferd den Tempelräuber Heliodor niederzwingt; Truhen kippen, Münzen liegen verstreut am Boden. Wandbild und Buchtafel stammen von derselben Hand - der des deutschen Malers, Zeichners und Illustrators Julius Schnorr von Carolsfeld. Zwischen diesen beiden Formaten verlief sein Arbeitsleben.

Geboren wurde er am 26. März 1794 in Leipzig; den ersten Unterricht gab ihm der Vater, ein Maler und Kupferstecher. Ab 1811 studierte er an der Wiener Akademie. Im März 1817 trat er dem Lukasbund bei, dem Kern jener Künstlergruppe, die man bald die Nazarener nannte; im Januar 1818 traf er in Rom ein und fand Anschluss an deren Kreis um Overbeck und Cornelius. Im Casino Massimo, dem Haus eines römischen Marchese, erhielt der junge Leipziger einen eigenen Saal und freskierte dort den Ariost-Saal mit Szenen aus Ariosts Ritterepos vom Rasenden Roland. 1827 vollendet, begründete dieser Saal den Ruf der Nazarener als Freskomaler mit. In Rom entstand daneben ein Bild ganz anderer Art, das „Porträt von Clara Bianca von Quandt, 1820“: Die Frau des Leipziger Sammlers Johann Gottlob von Quandt, mit ihrem Mann neun Monate auf Hochzeitsreise in Italien, sitzt lautespielend im Renaissancekostüm in einer Bogenhalle, hinter ihr ein Orangenbäumchen und blaues Bergland. Der Auftraggeber wünschte ausdrücklich die Anlehnung an das Bildnis der Johanna von Aragon im Louvre, das man damals für ein Werk Raffaels hielt; das Bild blieb unvollendet und hängt heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin.

1825 berief ihn König Ludwig I. als Professor der Historienmalerei nach München, 1827 traf er dort ein; im selben Jahr heiratete er in Wien Maria Heller, eine Stieftochter Ferdinand Oliviers. In München wartete die Aufgabe seines Lebens: fünf Säle des Königsbaus der Residenz nach dem mittelalterlichen Nibelungenlied, benannt nach den Stationen des Epos - vom Saal der Helden bis zum Saal der Klage. Die Kartons, die großformatigen Entwurfszeichnungen, entstanden ab 1828; zwischenzeitlich zog ihn der König für einen zweiten Trakt der Residenz ab, für die Kaisersäle des Festsaalbaus mit Bildern zu Karl dem Großen, Barbarossa und Rudolf von Habsburg. Diese Räume verbrannten 1944. Erst 1843 kehrte er zu den Nibelungen zurück, deren Ausführung sich mit Gehilfen noch über Jahrzehnte hinzog.

Wer eine dieser Wandszenen ins Wohnformat holt, übernimmt eine Eigenschaft des Kalks gleich mit: Er ist matt und warm und schluckt jeden Glanz. Unsere Werkstatt gibt die Nibelungen-Bilder deshalb auf einer matten, grob strukturierten Leinwand wieder, deren natürliches Weiß dem Putz einer Saalwand am nächsten kommt; so behält die Szene am Brunnen auch über einem Schreibtisch den Charakter eines Wandbildes.

1846 nahm er die Berufung nach Dresden an - Professur an der Akademie und ab 1846/47 die Direktion der Gemäldegalerie, die er 1855 in den Neubau des Architekten Gottfried Semper überführte. Damit stand ein Nazarener an der Spitze einer der berühmtesten Sammlungen Europas. In Dresden vollendete er zugleich die Bibel in Bildern, 240 von ihm erfundene und auf Holz gezeichnete Darstellungen, die zwischen 1852 und 1860 in dreißig Lieferungen beim Leipziger Verleger Georg Wigand erschienen; die Idee dazu reichte bis in seine römischen Jahre zurück. Im Vorwort erklärte Schnorr, das Werk solle für das einfache Volk erschwinglich sein und der Jugend dienen. Schon 1861 folgte eine englische Ausgabe, und die Folge wurde zur erfolgreichsten Bibelillustration ihres Jahrhunderts. Blätter wie „Gott ruht nach der Erschaffung der Welt“ und „Adam und Eva mit dem Apfel“ gehören zu dieser Folge, ebenso die Vertreibung des Heliodor, Tafel 154 der Reihe - eine eigene Komposition zu einem Stoff, den vor ihm Raffael im Vatikan gemalt hatte. Der Mann, der Wände für einen König ausmalte, fand sein größtes Publikum im kleinsten Format.

Die Dresdner Jahre brachten auch einen frühen Tod in der Familie. Sein Sohn Ludwig Schnorr von Carolsfeld, ein gefeierter Heldentenor, sang am 10. Juni 1865 in München die Titelpartie in der Uraufführung von Richard Wagners Tristan und Isolde, neben seiner Frau Malvina als Isolde; sechs Wochen nach der Premiere starb er, neunundzwanzig Jahre alt. 1867 waren die Nibelungensäle vollendet, fast vierzig Jahre nach den ersten Kartons; 1868 zeichnete der alte Vater den Sohn noch einmal mit der Feder, im Kostüm des Tristan. Am 24. Mai 1872 starb Julius Schnorr von Carolsfeld in Dresden - da lagen die Tafeln seiner Bibel längst in Stuben und Schulzimmern zwischen Leipzig und London auf den Tischen.



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