Unter einem ausladenden Blätterdach ruht die Heilige Familie am Rand eines felsigen Weges. Maria sitzt rechts der Mitte und hält das Kind auf dem Schoß; ein heller Schein umgibt beide Figuren und trennt sie vom dunklen Waldgrund. Josef steht neben dem Reittier, den Arm zum Baum erhoben, während Schafe und Ziegen zwischen Steinen und niedrigen Sträuchern lagern. Links öffnet sich die Landschaft auf ferne Hügel und einen gelblichen Himmel. Dieses seitliche Licht streift Baumstämme, Laub und einzelne Tierkörper, verliert sich jedoch rasch in Braun, Olivgrün und Schwarz. Rot erscheint nur punktuell: in Josefs Mantel, in Marias Ärmel und auf dem abgelegten Gepäck. Nicolaes Pietersz. Berchem baut die 1640 entstandene Szene aus mehreren Tiefenstaffeln auf. Der freie Himmel bildet den Gegenpol zur geschützten Raststelle, während der Weg und das wartende Tier an die noch nicht beendete Flucht erinnern. Ruhe und Unsicherheit bleiben dadurch gleichzeitig im Bild - genau diese Spannung macht die Szene interessant.
Bei dieser Anfertigung trägt die Leinwand Leonardo mit satinierter Oberfläche das Motiv ohne Glas; Alia fasst das Format von 81 x 58 cm in ein breites Holzprofil. Die Folie Ebenholz erscheint nicht als deckendes Schwarz: Entlang der Leisten laufen feine braune Maserungen, die an der unteren Kante deutlicher hervortreten. Wer die Verarbeitung prüfen will, schaut am besten auf die obere Ecke - die Gehrung schließt in einer geraden Linie, und die Holzzeichnung wechselt dort sauber ihre Richtung. Außen endet das Profil in einer schlichten, leicht gerundeten Kante. Nach innen folgt eine schmale Abstufung, bevor Carlee als dunkles Fillet unmittelbar an die Bildfläche tritt. Seine zwei feinen Rillen ziehen eine klare Grenze um das Motiv; an der Ecke treffen sie ohne Versatz aufeinander, was bei so schmalen Profilen keineswegs selbstverständlich ist. Zwischen äußerem Profil und Fillet bleibt eine schmale Schattenfuge sichtbar, deren Tiefe sich an der linken oberen Ecke klar abzeichnet.